Sonntag, 13. April 2014

Melbourne

Vorab muss ich erst einmal gestehen, dass ich den Blog in letzter Zeit etwas schleifen lassen hab. Zum einen das zum anderen eine schlechte Internetverbindung sind schuld daran. Aber das wird nicht mehr vorkommen, hoffentlich!

In Melbourne gefiel es mir sehr gut und so kann ich sagen, dass die Stadt mir bisher am Besten in Australien an den Städten gefällt. Mit Hieke erkundigten wir die Stadt 3 Tage lang und machten eine lange aber sehr interessante Stadtführung. Wir erfuhren was über die Geschichte Melbournes, den ständigen Schwanzvergleich mit Sydney und erkundeten einige schöne Flecken dieser Stadt. Die Stadt biete einige winzige Gassen, in denen ganz versteckt Restaurants und andere Läden Touristen aber auch Einheimische anziehen. Es gibt viele kleine Gassen in denen man ganz offiziell Graffitis sprayen darf und die Kunstwerke an den Wänden geben der Stadt einen speziellen Flair. Wir besuchten ein Restaurant, welches durch Spenden finanziert wird und man nach dem Essen selbst entscheiden kann, was einem das Essen wert war. Die Idee ist an sich echt gut, allerdings hat es uns nicht allzu sehr geschmeckt und viele nutzen es als kostenlose Mahlzeit. Bereuen tun wir es nicht, müssen dort allerdings nicht nochmal hin. 



Botanischer Garten



Queen Mary 2 im Hafen in Port Melbourne
Außerdem fuhren wir nach Dandenong! Dandenong!? Wenn der Name euch bekannt vorkommt, dort wurde meine Karre wieder zusammengeflickt und ich hätte nicht gedacht so schnell noch einmal in der Gegend zu sein. Dort gibt es allerdings einen Nationalpark von dem man bei gutem Wetter die Skyline Melbournes betrachten kann. Das Wetter spielte an jenem Vormittag nicht wirklich gut mit, die Skyline konnten wir trotzdem erkennen. Danach fuhren wir zu den Dandenong Falls und latschten etwas durch die Gegend. Somit sah Hieke ihren ersten Wasserfall auch wenn er nicht gerade atemberaubend war. 

Skyline von Melbourne
Dandenong Falls

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zur Great Ocean Road und 10 Tage später fuhr ich Hieke zurück zum Flughafen und war somit wieder auf mich alleine gestellt. An meinem Schlafspot in Port Melbourne traf ich dann jedoch Gleichgesittete und so waren wir am Ende eine Gruppe von rund 10 Leuten, leider alles Deutsche. Wir machten BBQ’s zusammen, chillten am Strand der keine 10 Meter von unseren Autotüren weit entfernt war und spielten ne Runde Fußball (man vermisse ich das Gekicke!!). Zudem trafen noch Leonie und Hendrik ein, mit denen ich ja schon zusammen auf der Garlic Farm war und ich zusammen Silvester in Sydney gefeiert habe. Hier trafen sich uns unsere Wege aber zum letzten Mal und sie machten sich wieder auf den Weg die Ostküste hoch. Dann fand so etwas wie eine kleine Findungsphase bei mir statt. Der eigentliche Plan war es ja, nachdem Hieke wieder nach Hause fliegt, zurück nach Shepparton zu fahren und dort mit der Sklavenarbeit wieder Geld zu machen um bei nächstmöglicher Gelegenheit nach Perth (Western Australien) zu reisen. Es zeigte sich mal wieder, dass Spontanität beim Reisen einfach eine große Rolle spielt und so brachten die anderen aus der Gruppe mich darauf, nach Tasmanien zu fahren. Ich dachte mir, dort kann ich auch arbeiten, man wird nicht als Sklave behandelt und ich kann gleichzeitig die wunderschöne Natur Tasmaniens entdecken. Allerdings konnte ich dieses Vorhaben nur umsetzen, wenn ich zugleich einen sicheren Job vor Ort habe, da es finanziell nicht möglich wäre in Tasmanien selbst einen Job zu suchen. Es stellt sich auch hier mal wieder raus, Connections sind einfach alles im Leben! Niklas, mit dem ich die Ostküste nach Sydney runtergereist bin und der ebenfalls aus Gladbach kommt, verschaffte mir einen Job in Tasmanien und so konnte ich die Fähre buchen. Tasmanien ist eine Insel und ein weitere Bundesstaat in Australien, welcher für die Meisten Australier auf dem Festland aber nicht richtig zu Australien gehört. Um was es sich für einen Job handelt? Das erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag aber eins kann ich euch sagen, es ist der absolut perfekte Backpackerjob! 

Als kleines abschließendes Highlight in Melbourne stand dann der Formel 1 Auftakt an. Dominik, ebenfalls aus Gladbach, kam für das Rennen extra aus Sydney geflogen und ich zeigte ihm die Stadt etwas und ließ ihn natürlich auch bei mir schlafen. Das Rennen war nicht ausverkauft aber ich sah es nicht ein mir eine Karte für $100 zu kaufen beziehungsweise wäre das für meinen damaligen Kontostand noch machbar, aber eindeutig zu viel gewesen. Man muss nun mal Abstriche machen und so spürte ich den Motorschaden mit den entstandenen Kosten auch noch einen Monat später. Da ich mich jedoch mittlerweile ganz gut auskenne was den Schwarzmarkt mit Eintrittskarten jeglicher Art betrifft war ich positiv gestimmt noch ein Ticket zu ergattern. Ich mein, hallo, ich hab für das ausverkaufte, erste deutsche Championsleague Finale eine Karte bekommen, dann kann doch ein nicht ausverkauftes Formel 1 Rennen kein Problem sein!? Gekonnt stellte ich mich mit Dominik vor einen der vielen Eingänge und nach kurzer Zeit wurde ich dann auch schon fündig. Ein Typ sprach eine Frau an, die sich gerade ein Ticket am Counter kaufen wollte. Da ich sofort wusste, dass der Typ seine Karte loswerden wollte schaltete ich mich ins Gespräch ein und die Frau zog von dannen. Der Mann verlangte ganze $40 für das Ticket – unschlagbarer Preis aber hey, gehandelt wird immer und so kaufte ich die Karte für $35 und sah das erste Formel 1 Rennen der Saison für etwas mehr als umgerechnet 20€! Aus meinem ersten Rennen in Singapur gelernt, suchte ich mir einen Platz, wo neben der Strecke auch noch ein Bildschirm vorhanden war. Zusammenfassend kann ich nur dasselbe sagen wie in Singapur, es ist geil mal dabei zu sein und es ist eine absolute Eventveranstaltung. Als Vorprogramm flog noch eine Boeing von Quantas tief über das Gelände sowie ein ohrenbetäubender Kampfjet. Nach dem Rennen machten wir nicht mehr viel und am nächsten Tag verabschiedete ich auch Dominik zum letzten Mal in Australien, auch unsere Wege werden sich wohl nicht mehr kreuzen.







Ich fuhr somit abends zu Fähre und wollte einchecken. Ich fuhr durch bis zum letzten Kontrollpunkt und dann stand ich kurz vorm heulen, schreien, ausrasten, lachen, explodieren! Ich zeigte der Dame mein Ticket und sie sagte mir, das Ticket sei für gestern gewesen. Mit einem verdutzten und schmunzelnden „Sorry??“ fragte ich erneut nach und da zeigte sie mir doch tatsächlich, dass das Ticket für gestern, Sonntagabend gebucht war. Das war dann der Moment, in denen einem der Boden unter den Füßen weggerissen wird! Ich konnte es einfach nicht glauben und war fassungslos. Wütend und einfach nur enttäuscht fuhr ich aus dem Check In Bereich und ging zum Buchungsschalter. Es war definitiv nicht mein Fehler, da ich direkt nach der Buchung Dominik geschrieben hatte, dass ich beim Formel 1 Rennen noch in Melbourne bin und er bei mir schlafen kann. Ich erklärte der Dame meine Situation und es hieß, ich muss mein Ticket ganz neu für denselben Preis von $284 buchen.

Wie Ihr vielleicht beim Lesen schon festgestellt habt, mein Kontostand bewegte sich gegen Null, da ich die Fähre buchen musste, Arbeitskleidung für den Job kaufte und einen Kurs mit Sicherheitsvorkehrungen (eine White Card) für bestimmte Jobs absolvierte. Ich würde also in Tasmanien angekommen mit einem vollgetankten Auto und meinen letzten Dollars für die Verpflegung. So gesehen war ich also pleite,  aber mit der Gewissheit in Tasmanien anzukommen und ein paar Tage später einen Job zu haben. Eine Neubuchung des Tickets war also definitiv nicht möglich, was ich der Dame am Schalter so auch mitteilte und erklärte. Sie beharrte darauf, dass ich das Ticket noch einmal hätte checken müssen und sie nun lediglich 50% Rabatt auf das neue Ticket geben kann. Ich schauspielerte und tat so als rufe ich einen Freund an um mir Geld zu leihen, hielt die Hände über den Kopf, stöhnte und blickte traurig durch die Gegend. Die Emotionen waren natürlich nicht geschauspielert und so sagte ich der Dame, ich kann lediglich maximal $70 bezahlen. Ich schien ihr richtig Leid zu tun und so bekam ich das neue Ticket für den nächsten Tag für lediglich $50, was eigentlich nur die Umbuchungsgebühr ist. Letztendlich hatte ich also Glück im Unglück aber trotzdem hätte ich mir diese Strapazen gern erspart. Am nächsten Abend klappte dann freudiger Weise alles rund und ich befand mich auf der Fähre Richtung Tasmanien!

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